Donnerstag, 30. April 2015

Hose für blaue Tage

Mein Kleiderschrank braucht dringend Hosen. Ich habe da nämlich eine ganz bestimmte Vorstellung: "Obenrum" soll sie schon körperbetont sitzen und "dem Po schmeicheln";-) Nach unten hin soll sie weiter fallen und um das Bein herum schön ausschwingen. Tja, solche Stücke finde ich wegen der aktuellen Röhren- Mode aber leider schon seit Jahren nicht mehr im Handel! Da hilft nur Selbernähen!
Hier mein erster Versuch mit dem Schnittmuster "Hose Cork" von Schnittquelle:

Ich habe sie aus Nickistoff genäht, Taschen aufgesetzt und ein gaaaaaaaaanz langes Bündchen drangemacht, was im Schnitt nicht vorgesehen war. Der ist eigentlich für Webwaren. Die Idee zu der Variante kam mir, als ich die tollen MamaFrida-Hosen von euch gesehen habe. Dennoch wollte ich eine Hose ohne "Pump" unten. 

Für die folgenden Wochen heißt es bei mir: Hosen Marsch! Mit meinem neuen Schnitt-Anpass-Buch (hier) möchte ich mich nun auch an Webwaren-Hosen wagen! Jetzt will ich's wissen: Bekomme ich die endlich perfekt sitzende Hose für mich hin? Ich habe schon wunderbare Stoffe entdeckt ... Leinen-Viskose ... zweifarbig gewebtes Crashleinen ... Leinen mit Elasthan-Anteil, seidig glänzend in den duftigsten Farben ... Sommer, du darfst kommen !!!

Viele Grüße und bis bald bei RUMS ...
Eure Stenita Feenfinger 

Donnerstag, 16. April 2015

Buchvorstellung: "Die perfekte Passform"

 Joi Mahon

Die perfekte Passform

Maßnehmen und Schnittkorrektur in der Praxis

ISBN-13:978-3-8307-0935-0
€14,90 Erschienen 2015 im Stiebner-Verlag (-->hier)


Oft wünsche ich mir, ein Schnittmuster schon vor dem Zuschnitt so an mich anpassen zu können, dass die erste Anprobe kein böses Erwachen bringt. Mit dem neuen Buch "Die Perfekte Passform" von der amerikanischen Autorin Joi Mahon, gerade erschienen im Stiebner-Verlag, habe ich dafür ein optimales Lehrwerk gefunden.

Der Autorin, die als Designerin, Schneiderin und Kursleiterin in den USA sehr erfolgreich ist, gelingt es, selbst für die Kundinnen optimal sitzende Kleidung zu fertigen, die sie nie selbst getroffen hat. Wie kann das gelingen? Wird eine perfekte Passform nicht erst nach einer Vielzahl von Anproben und Abänderungen erreicht? Nicht bei Joi Mahon                   .
Mit ihrer Methode "Miss erst dich selbst, dann das Schnittmuster" hat sie eine unkonventionelle, aber offenbar sehr effiziente Anpassungs-Strategie entwickelt, die in diesem Buch sehr anwenderfreundlich dargestellt wird.
Mir fällt es als Hobbynäherin schwer, zu beurteilen, wie revolutionär und neu ihre Herangehensweise tatsächlich ist. Neu für mich ist es aber beispielweise, wie detailliert der Körper ausgemessen wird:  
Mit Brust-Taille-Hüfte ist längst nicht Schluss! Mehr- oder Minderweiten werden auch nicht einfach gleichmäßig um den Körper herum auf alle Teilstücke verteilt, so wie ich das kenne. Josi geht es darum, die Anpassungen immer dort vorzunehmen, wo sie tatsächlich auch gebraucht werden und mit den Teilmessungen den individuellen Körper aufs Papier zu bringen. Daher betrachtet sie die Maße an Vorder- und Rückenteil getrennt, misst Längen und Weiten zwischen Schulter und Brustpunkt, berücksichtigt Brustwölbung, Ober- und Unterbrustweiten und vermisst Teilabschnitte von Taille und Hüfte bis hin zu den Seitennähten. Für alle Abweichungen vom Schnittmuster gibt es Anpassungsanleitungen. Mit Schnittmuster-Irrtümern, die gerne mal von Hobbyschneidern vertreten werden, scheint sie gründlich aufzuräumen.

Für einen Hobbyschneider sieht die Methode erstmal sehr komplex aus. Das Buch ist aber so übersichtlich aufgebaut, dass man sich schnell in die Systematik der Methode einfinden kann. Hat man das Prinzip einmal begriffen, sollte eine Anwendung auf alle eigenen Schnittmuster problemlos funktionieren.
Die Autorin arbeitet am Beispiel des Vogue Schnitts 1004 - ein körpernaher Grundschnitt an dem sie alle Techniken gut demonstrieren kann. Für diejenigen, die sich mit diesem Schnitt identifizieren können (er ist auch in Deutschland einfach erhältlich und kostet 17,50 Euro), ist es sicherlich ein lehrreiches Vorgehen, an diesem Schnitt einmal alle Kapitel mit den eigenen Körpermaßen durchzuarbeiten.
Dennoch kann man das Buch auch zur "Passform-Problem-Diagnose" verwenden. Schon während des ersten Lesens, stellt sich bei mir für ein aktuelles Projekt-Problem ein Aha-Effekt ein (siehe unten).

Auf das geduldige Einarbeiten in die Methode und auch auf das Probenähen mit Nessel nach dem Vermessen (!) sollte man sich aber einstellen. Es ist kein schnelles "Nachschlagewerk", sondern braucht etwas Zeit. Dafür wird man aber mit fundierter Weiterentwicklung belohnt, da bin ich sicher! Mich als Neueinsteiger in die Schnittwelt wird das Buch sicher noch viele Wochen und Monate durch meine Nähprojekte begleiten. In der Praxis wird sich dann für mich zeigen, wie gut ich die Methode für meine Bedürfnisse anwenden kann. Zweifel habe ich im Moment nur daran, ob ich mich so detail-genau ausmessen kann, wie vorgesehen. Aber wenn Jois Kunden das alle selbst geschafft haben, dann schaffe ich das hoffentlich auch! Irritieren lassen soll man sich auch nicht von den zum Teil etwas skurrilen Fotos und Kleidungsstücken, die dem amerikanischen Modegeschmack der Autorin geschuldet sind. Sie sagen nichts über die dargestellt Anpassungsmethode aus, die jeder für seine eigenen Zwecke verwenden kann.

Damit ihr über meine weiteren Erfahrungen mit der Methode auf dem Laufenden bleibt, werde ich hier alle Post verlinken, in denen ich in der kommenden Zeit über Schnitt-Anpassungen mit dem Buch berichte:

1. Passform-Spielerei



Passform-Spielerei

Shirts oder Kleider im Empire-Stil waren bisher für mich nicht drin! "Von der Stange" hat mir in der Regel nie etwas gepasst. Seit ich selbst nähe, ziehen mich Schnitte mit "Unter-der-Brust-Naht" daher total an. Hier ein Beispiel von der Schnittbox: Das Kleid "Boo" von mir zum Test erstmal als Shirt umgesetzt. Doch wie passe ich das Schnittmuster richtig an mich an?

Vorher: Der Ausschnitt liegt nicht an
Ich hatte von Anfang an das obere Vorderteil um 2cm verlängert, um mir auch bei Größe 36 genügend "Körbchengröße" einzubauen.

Dennoch war ich unzufrieden: Der Ausschnitt stand ab, wie im Bild zu sehen, und irgendwie ergab sich ein "hängender" Eindruck.

Dann fiel  mir das Buch "Die Perfekte Passform" von Joi Mahon in die Hände, das ich euch hier vorstelle. Ihre Methode empfiehlt viele Teilmaße für die individuelle Schnittmuster-Anpassung. Ein passender Brustumfang alleine ist eben doch noch kein Garant für eine gute Passform um die Brust.

Hier das überarbeitet Shirt

Die Idee nach der Joi Mahon-Lektüre war: Die Oberbrustweite etwas herausnehmen und die Länge der Brusttiefe etwas verkürzen. Die Brustwölbung (kleiner Pfeil unter der Brust), also eigentlich die "Körbchengröße", hatte ich vorher schon angepasst.


Also: Alles komplett aufgetrennt - Schnittteil überarbeitet- neues Brustteil zugeschnitten - neu genäht ... puhhh ...
Das Buch ist echt klasse, die Schnittänderungen habe ich sogar als Schnittmuster-Anfänger gut hinbekommen!

Was meint ihr? Seht ihr einen Unterschied?

Mein Eindruck ist: Es sitzt jetzt etwas straffer um den Ausschnitt, die Naht unter der Brust wird dabei nicht nach oben verzogen.



Aber irgendwie ist mir der Schnitt immer noch fremd. Ob mir sowas steht? Soll daraus noch ein Kleid werden? Trotz Zweifel, aber wegen der guten "Anpassungserfahrung" gebe ich den Post zu RUMS weiter ...


P.S. Nach dieser Erfahrung vermute ich übrigens, dass die Ausschnitt-Problematik von letzter Woche beim China-Shirt  die gleiche Ursache hatte: Das zu weite Oberbrustmaß!

Donnerstag, 9. April 2015

China-Shirt à la USA

Das China-Shirt von Schnittquelle ist ein total raffinierter Schnitt. Ich finde ihn schlicht und elegant gleichermaßen. Das gefällt mir!


Bei meinen Recherchen zu dem Schnittmuster bin ich in der Bloggerwelt immer wieder auf Problemberichte gestoßen: Der Ausschnitt würde nicht gut anliegen. Das war bei meiner ersten Variante auch nicht anders, obwohl ich extra Vliseline-Band in die Kanten eingebügelt habe.
Inspiriert von euren vielen Bronte-Varianten (Schnittmuster mit amerikanischem Ausschnitt), habe ich das China-Shirt dann aber ein wenig abgewandelt. Jetzt hat es sozusagen einen "amerikanischen China-Ausschnitt".



Ich habe den vorderen Ausschnitt um fast 4,5cm nach unten verkürzt und ihn mit Schrägband versäubert, dann die Schulternähte geschlossen und den "Boleroausschnitt" einmal rundherum mit Schrägband eingefasst. An beiden Seiten, an denen sich "Bolero" und Vorderteil treffen, habe ich das Vorderteil beim Schrägband-Annähen mit eingearbeitet. So habe ich dort nur eine sichtbare Naht. Die Weite des vorderen Ausschnitts konnte ich dann ganz einfach "nachjustieren", indem ich ihn ein wenig nach außen unter das Boleroteil einzog. Jetzt bin ich sehr zufrieden damit.



Das wird ein neuer Lieblingsschnitt für den Sommer! 




 Viele Grüße
Eure Stenita Feenfinger
... und bis bald bei RUMS



Donnerstag, 2. April 2015

Nominiert für "Liebster Award"

Wie schön! Jetzt hat mich Mia von http://miabuntherz.blogspot.de/ für den
nominiert. Für alle, die das Prinzip (so wie ich ;-) noch nicht kennen, hier nochmal die Regel:
Jeder Nominierte soll:

- der Person danken, die sie nominiert hat! (Hab ich ;-)
- 11 Fragen beantworten die der Nominierer gestellt hat! (siehe unten)
   - bis zu 11 Blogs nominieren, die noch recht unbekannt sind (siehe unten)
- diese darauf aufmerksam machen, dass sie nominiert wurden
                                         - 11 neu Fragen für die Nominierten erstellen (siehe unten)

Hier sind die Fragen, die Mia mir zur Beantwortung geschrieben hat: 

1. Welcher Blog ist dein Lieblings Blog und warum ?
Ich habe am Anfang viel bei vanderhand.blogspot.de und jomastyle.blogspot.de reingeschaut. Da haben mich einfach die Schnitte und Stoffe inspiriert. Mittlerweile entdecke ich immer mehr interessante Blogs und die Liste mit meinen Schnittmustern, die ich unbedingt bald machen möchte, wächst täglich.

2. Warum hast du dein Blog Design so ausgewählt ? Blau mag ich einfach! Farbe und Muster passen zufälligerweise auch gerade zu meinen aktuellen Stoffen. Ich überlege schon, ob ich das immer anpassen möchte ... Mal sehen!

3. Welcher Stoff ist deinen aktuellen Liebling ( Design) ? Wie schon oben zu sehen, der "Geometric Circles" von Lillestoff, weil er so gut zum Blogdesign passt! Ein richtiger Feenfinger-Stoff.

4. Wo kaufst du deine Stoffe ein ?
Bisher bei Dawanda.

5. Wie hast du nähen gelernt?
Ich habe als Kind schon versucht, Puppenkleider selbst zu nähen. Echt lustig, wenn ich mit jetzt meine selbtgebastelten Schnitte von damals anschaue ... Später habe ich dann in der Schule für ein paar Schuljahre den Wahlkurs "Nähen"  gewählt. Die letzten 15 Jahre habe ich aber kaum genäht.

6. Hast du einen Geheimtipp beim nähen ?
Das Zuschneiden mit dem Rollschneider war mir ein Aha-Erlebnis. Das kenn ich vom Patchworken und finde es nun für Kleidung-Nähen einfach genial. 
7. Was war deine größte näh Herausforderung?
Ich habe kürzlich eine Jacke mit ganz vielen Teilungsnähten (Wiener Nähten?) auf DAWANDA gekauft. Ein super schöner Schnitt! Aber natürlich nicht als Schnittmuster erhältlich. Dann habe ich versucht, den Schnitt aus der Jacke zu kopieren. Ich habe es nicht gedacht, aber es hat super funktioniert.  Ich konnte ein fast identisches Teil nähen. Ich würde euch das gerne zeigen, aber ich habe Gewissensbisse, wenn ich einfach anderer Leute Ideen klaue . Das kann doch nicht legal sein - auch wenn ich es ja nicht verkaufen würde?

8. Hast du oder würdest du deine genähten Sachen auch verkaufen?
Im Moment kann ich mir das nicht vorstellen.

9. Was ist dein schönste Erlebnis, das du mit dem Nähen je

gemacht hast?
Aktuell: Siehe oben bei 7! Ich bin so begeistert, dass ich das geschafft habe.

10. Wieviel Zeit verbringst du in der Woche an der Nähmaschine?
Im Moment zu viel!!!

11. Was ist dein größter Wunsch?
Also, in meiner "Nähwelt" hätte ich gerne eine Covermaschine! Im restlichen Leben: Verrate ich nicht!


Und hier kommen die Fragen für alle, die ich nomminiert habe. Das sind:
https://marabunte.wordpress.com (Eher ein alter Hase, aber trotzdem ;-)
http://orneedd.blogspot.de/
http://maikaefer16.blogspot.de/ (Neue Adresse nach Blogumzug, also auch kein "Neuling")
https://fraupipina.wordpress.com/
http://emifee.blogspot.de (auch ein Neuling, so wie ich)
http://yvarpunkt.blogspot.de
to be continued ...

Hier meine Fragen an euch:

1.  Wie würdest du deinen "Stil" beschreiben?
2. Zu welchen Schnitten greifst du besonders gerne?
3.  Gibt es eine typische Schnittanpassung, die du häufig für dich vornimmst?
4. Wieviel Wert legst du auf nachhaltige/biologische Materialien?

5. Nähst du lieber mit dehnbaren Stoffen oder auch mit Webwaren?
6. Welchen Tipp kannst du zum Stoffeinkauf geben?
7. Welches Nähprojekt hat dich bisher am meisten gefreut?

8.Welches Nähprojekt hat dich bisher am meisten gefrustet?
9. Mit welcher Nähmaschine nähst du und wie sind deine Erfahrungen?
10. Hältst du eine Covermaschine für sinnvoll?
11. Nähen/Handarbeiten ist für mich ...





Liebe Grüße
Stenita Feenfinger